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- tiergerechtes
Schlachten geht das überhaupt?
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Schlachten
ohne Angst und Streß Die Schweine werden in
kleinen
Gruppen zu je 3 oder 4 Tieren zum Schlachten gebracht. Das geschieht
ohne große Aufregung, denn die Freilandschweine sind - anders
als
Tiere aus dem Maststall - an Laufen und wechselnde Umgebung
gewöhnt
(keine "erlernte Hilflosigkeit" und daraus resultierende
Überforderung*).
In der Natur sind Schweine Allesfresser, auch Aasfresser. Die
Anwesenheit toter Artgenossen ist also - anders als oft behauptet -
nicht der Grund für Panik und Angst im industriell organisierten
Schlachthof - auch der "Blutgeruch" irritiert die Tiere nicht, im
Gegenteil, läßt man ihnen einige Minuten Zeit, beginnen sie,
die neue
Umgebung zu erkunden und fressen heruntergefallene
Schlachtabfälle.
Diese entspannte Situation (Ruhe vor dem Schlachten*) ist nicht
nur aus Sicht des Tierschutzes von Bedeutung, sondern beeinflußt
auch
wesentlich die Fleischqualität (kaum Bildung von wasserhaltenden
"Streßhormonen" / Adrenalin*). |

Schlachtabfälle
toter
Artgenossen werden gefressen
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Damit die elektrische Betäubung schnell
und sicher wirkt, werden die Tiere abgeduscht. Bietet man Schweinen
Wasser in Form einer Suhle oder einer Dusche (Maststall) an, wird dies
vor allem im Sommer gern und oft genutzt. Sozusagen als "Nebeneffekt"
zur notwendigen Thermoregulation werden so nur positive Assoziationen
mit Wasser verbunden und auch in neuen und/oder fremden Situationen
weichen die Tiere einer Dusche dann kaum aus*, obwohl hier z.B.
ausreichend Platz vorhanden wäre.
Die Betäubung der Schweine erfolgt durch einen zweiten Mann mit
einer Elektrozange, so das das Tier bis zum letzten Moment keinerlei
Streß unterliegt und sofort bewußtlos zusammensackt.
Anschließend wird vorschriftsmässig und fachgerecht
entblutet (Halsstich).
* zahlreiche Untersuchungen zum Thema Schlachten,
Tierbefinden und Fleischqualität sind hervorragend
zusammengefaßt zu Beginn der Arbeit "Belastung
von Schlachtschweinen in zwei Zuführungssystemen zur
Elektrobetäubung und die Auswirkungen auf das Wohlbefinden"
von M.Außel (2001) nachzulesen.
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Mit dem Töten allein ist das Schlachten
nicht
getan. Nachdem die Schweine entblutet worden sind,
werden sie (im ganzen) gebrüht. Der Brühvorgang in ca
62°C heißem
Wasser bewirkt, daß sich beim anschließenden abschaben
der
Haare/Borsten mit der Schabglocke die Borsten und die oberste
Hautschicht besser entfernen lassen.
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Obwohl zusammen mit den Borsten auch die oberste
Hautschicht abgeschabt
wird, bleiben die dunkelhäutigen Schweine und die dunklen Stellen
der
gescheckten Tiere "unansehnlicher" (grau, s.u.) als die Schwarte
reinweißer Mastrassen. Für die Freilandhaltung ist die
dunkle Haut
jedoch wesentlich besser geeignet (Sonnenschutz).
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Ausnehmen und was dabei
herauskommt: Innereien
Während Zungenwurst noch bekannt, oder Zunge zumindest in
Blutwurst
noch gern verwendet wird und Leber mit Äpfeln und Zwiebeln auch in
Stadthaushalten gegessen wird, fristen Lunge in weiten Teilen
Deutschlands, Herz und Nieren so gut wie überall seit Jahrzehnten
ein
Aschenputteldasein, und kaum jemand erinnert sich noch an Rezepte und
Gerichte, die zur Blütezeit der alten Schweinrassen gang und
gäbe
waren.
Da die Freilandschweine jedoch nicht ihr Leben in staubigen
Ställen und
in ammoniakhaltiger Luft verbringen, und der Familiengruppe im
Freiland weder vorbeugende Impfungen noch Leistungsförderer
verabreicht
werden, sind auch die Innereien dieser Tiere ein gesundes Lebensmittel,
das nicht weggeworfen werden sollte!
Rezepte und Anregungen zum Thema Innereien
finden
Sie in alten Kochbüchern oder online beim Bäuerinnentreff.
(http://agrar.de/landfrauen/)
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Die
Därme werden vom Schlachter vorschriftsmässig entsorgt, da
ein Säubern, Wenden und Spülen zur
Weiterverwendung nicht mehr zu bezahlen ist. Zum Einsatz kommen statt
dessen je nach Wurstsorte z.B. Sterildärme
(luftundurchlässig) oder
Naturindärme aus Naturfasern, die luftdurchlässig sind und
darum auch
für Räucherware zu verwenden.
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Mit der Säge wird das
ausgenommene Schwein in Hälften geteilt.
Während in Großschlachtereien 200 und mehr Tiere in der
Stunde am
Fließband geschlachtet und von Maschinen ausgenommen und zerlegt
werden, nehmen kleine Landschlachtereien oft nur 6-10 Schweine je Tag
an, bei nur zwei Schlachttagen in der Woche, denn auch die Verarbeitung
erfordert Zeit und Arbeitskraft, und anders als am Fließband
werden
auch dabei kaum Maschinen (z.B. Separatoren oder Cutter) eingesetzt.
Wie überall ist die Handarbeit im Vergleich zur maschinellen
Verarbeitung jedoch kaum rentabel, und da die Zahl der
Hausschlachtungen in den letzten 20 Jahren stetig abgenommen hat, und
zB Betriebe in städtischen Bereichen gar nicht mehr selber
Schlachten
dürfen (fragen Sie ihren Schlachter einmal danach!), werden auch
die
kleinen Landschlachtereien leider immer seltener. Auf der Seite des
Vieh e.V. finden sie eine Metzgerdatenbank! |
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Anschließend werden
die Schweinehälften auf ca 4 Grad
heruntergekühlt und müssen "abhängen" (reifen).
Während dieser Zeit sorgen verschiedene chemische Reaktionen im
Schlachtkörper für Zartheit und Geschmack und das Fleisch
kann besser
verarbeitet werden.
Je nach Rasse, Alter, Fleischbeschaffenheit, Fettanteil (und
Wunsch des Kunden) wird dann entschieden, welche Teilstücke des
Schweinehälften zu Fleisch (Braten, Kotelett), Wurst (meist
Mettwurst, Leberwurst und ev Blutwurst) und Räucherware (Schinken,
Speck) verarbeitet werden. Zu Hause können Sauerfleisch und
verschiedene Fleischkäse bereitet werden. |

der
größere Fettanteil und dunklere Haut haben trotz hoher
Fleischqualität zum Aussterben der alten Rassen beigetragen

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alle Bilder dieser Seite mit
frdl.
Genehmigung der Landschlachterei Schlede in 19309 Lenzen, die
unsere ersten Leasingschweine geschlachtet hat und für deren
professionelle Arbeit (und für die Geduld mit mir und den Tieren
) ich mich hier noch einmal herzlich bedanken möchte!
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